DEL2 mit historischem Zuschauer-Rekord

Eishockeyspieler stehen auf dem Eis vor einer Fankurve, in der Fans blaue und weiße Fahnen schwenken und ein großes Banner präsentieren.

Der Boom hat viele Gesichter

Die DEL2 hat in der Saison 2025/26 einen historischen Zuschauerrekord aufgestellt. Insgesamt 1,578 Millionen Fans besuchten die Spiele der zweithöchsten deutschen Eishockeyliga. Bereits in der Hauptrunde lag der Schnitt bei 3.716 Zuschauern pro Spiel — ein neuer Bestwert und ein Plus von 12,91 Prozent gegenüber der Vorsaison. Auch über alle 419 Saisonspiele hinweg, inklusive Playoffs, Pre-Playoffs und Playdowns, kam die Liga auf starke 3.767 Zuschauer pro Partie. Damit untermauert die DEL2 ihren Status als zuschauerstärkste zweite Eishockeyliga Europas.

Doch hinter dem Rekord steckt mehr als eine reine Erfolgsmeldung. Ein genauerer Blick auf die Hauptrunden-Zahlen zeigt: Die Liga wächst — aber nicht überall gleich. Es gibt klare Gewinner, stabile Standorte, leichte Verlierer und Sonderfälle, die man sauber einordnen muss.

Düsseldorf: Ligaprimus und größter Verlierer zugleich

Der auffälligste Fall ist die Düsseldorfer EG. Sportlich neu in der DEL2, war die DEG in der abgelaufenen Hauptrunde mit durchschnittlich 7.071 Heimspielbesuchern der klare Zuschauer-Primus der Liga. Kein anderer Standort zog im Schnitt mehr Fans an.

Gleichzeitig ist Düsseldorf prozentual aber auch der größte Verlierer. Im Vergleich zur PENNY-DEL-Saison 2024/25, als die DEG noch durchschnittlich 9.104 Zuschauer begrüßte, bedeutet der neue Schnitt ein Minus von 22,33 Prozent.

Das klingt dramatisch, ist aber vor allem erklärbar. Ein Abstieg verändert Gegner, sportliche Wahrnehmung, mediale Bühne und teilweise auch die Erwartungshaltung im Umfeld. Trotz des Rückgangs bleibt Düsseldorf für die DEL2 ein enormer Gewinn.

Zur Einordnung: Die DEG kam für die Dresdner Eislöwen in die Liga. Dresden hatte in der DEL2-Hauptrunde 2024/25 einen Schnitt von 3.661 Zuschauern. Allein dadurch verschob sich das Zuschauergewicht der Liga deutlich nach oben.

Krefeld bestätigt seine Strahlkraft

Zu den großen Gewinnern zählen auch die Krefeld Pinguine. Mit durchschnittlich 6.248 Zuschauern in der Hauptrunde und einem Plus von 8,34 Prozent gegenüber der Vorsaison spielte Krefeld erneut eine zentrale Rolle im Zuschauerboom der DEL2.

Der Standort profitiert von einer großen Arena, einer starken Fanbasis und sportlichem Erfolg. Besonders in den Playoffs wurde sichtbar, welche Dimension Krefeld in dieser Liga erreichen kann. Die DEL2 vermeldete, dass in Krefeld erstmals in der Ligageschichte bei einem Finalspiel die Marke von 8.000 Zuschauern überschritten wurde.

Großer Gewinner sind auch die Ravensburg Towerstars. Mit einem Plus von 8,72 Prozent verzeichnen die Oberschwaben unter den DEL2-Ligisten der vergangenen zwei Jahre den größten Zuwachs.

Bietigheim als prozentualer Gewinner

Der prozentual größte Gewinner ist allerdings ein Aufsteiger: die Bietigheim Steelers. In der DEL2-Hauptrunde kamen sie auf durchschnittlich 3.692 Zuschauer. In der vorherigen Oberliga-Saison lag der Schnitt noch bei 2.712 Besuchern. Das entspricht einem Plus von 36,14 Prozent.

Auch hier lohnt sich die Einordnung: Bietigheim kam für Selb in die Liga. Die Selber Wölfe hatten in der DEL2-Saison 2024/25 einen Schnitt von 2.457 Zuschauern. Damit brachte der Austausch der Standorte auch hier einen spürbaren Effekt für den Ligaschnitt.

Weitere Gewinner

Neben den großen Geschichten aus Düsseldorf, Krefeld, Ravensburg und Bietigheim gab es weitere Standorte mit Zuwächsen. Ebenso deutlich legte der EV Landshut mit +8,49 Prozent zu. Dahinter folgen die Eispiraten Crimmitschau mit +5,77 Prozent, die Kassel Huskies mit +2,47 Prozent, der EHC Freiburg mit +1,73 Prozent und die Starbulls Rosenheim mit +1,28 Prozent.

Stabile Standorte und Rückgänge

Nicht jeder Club verzeichnete deutliche Zugewinne. Einige Standorte blieben nahezu stabil. Weißwasser legte mit +0,96 Prozent leicht zu, Regensburg mit +0,39 Prozent ebenfalls. Kaufbeuren blieb mit +0,08 Prozent trotz der Horror-Saison praktisch auf Vorjahresniveau.

Ein leichtes Minus gab es bei den Blue Devils Weiden mit -0,94 Prozent. Hier könnte die Ticketpreiserhöhung zum Ende der Hauptrunde und natürlich die sportliche Talfahrt Einfluss genommen haben.

Die DEG ausgenommen, sind die Roten Teufel des EC Bad Nauheim mit einem Minus von 3,38 Prozent der Verlierer der Hauptrunde.

Der Blick nach vorn: Dresden und Memmingen als spannende Faktoren

Besonders interessant wird die Entwicklung in der kommenden Saison. Mit Dresden kehrt ein Standort in die DEL2 zurück. Die zentrale Frage lautet: Wie nehmen die Dresdner Fans die Rückkehr in die zweite Liga nach dem Abstieg aus der PENNY DEL an? Dresden hatte in der DEL2-Saison 2024/25 durchschnittlich 3.661 Zuschauer, steigerte diesen Wert in der PENNY DEL jedoch auf 5.420 Zuschauer pro Spiel. Spannend wird, ob die Dresdner nach dem DEL-Jahr an diesen höheren Zuschauerschnitt anknüpfen können oder ob sich der Wert wieder stärker am früheren DEL2-Niveau orientiert.

Auch Memmingen könnte ein interessanter Faktor werden — vorausgesetzt, die Lizenzierung gelingt. In der abgelaufenen Saison lag der Schnitt dort bei 1.980 Zuschauern. Durch den Sprung in die DEL2 dürfte dieser Wert steigen.

Infografik „DEL2 im Überblick“ zur Zuschauerentwicklung 2025/26: Die Tabelle zeigt pro Team den Zuschauerschnitt 2024/25 und 2025/26, die prozentuale Differenz, Stadionkapazität und Auslastung. DEG führt mit 7.071 Zuschauern, verzeichnet aber mit −22,3 % den größten Rückgang und 54,0 % Auslastung. SCB hat mit +36,1 % den stärksten Zuwachs; EBR erreicht mit 91,8 % die höchste Auslastung.

Die DEL2 ist Europas Spitzenreiter unter den zweiten Ligen

Auch im internationalen Vergleich wird deutlich, wie außergewöhnlich die Entwicklung der DEL2 ist. Mit 3.716 Zuschauern pro Hauptrundenspiel liegt sie unter den zweiten Eishockeyligen der großen europäischen Eishockeynationen klar auf Platz eins. Die schwedische HockeyAllsvenskan folgt mit 2.763 Zuschauern pro Spiel bereits mit deutlichem Abstand. Dahinter liegen die russische VHL mit 1.754, die Schweizer Swiss League mit 1.611, die tschechische Chance Liga mit 1.518 und die finnische Mestis mit 1.405 Zuschauern im Schnitt.

Infografik „DEL2 im Europa-Vergleich“: Ranking der Zuschauer pro Hauptrundenspiel in europäischen Eishockeyligen. Die DEL2 liegt mit 3.716 Zuschauern auf Platz 1 vor HockeyAllsvenskan aus Schweden mit 2.763, VHL aus Russland mit 1.754, Swiss League aus der Schweiz mit 1.611, Chance Liga aus Tschechien mit 1.518 und Mestis aus Finnland mit 1.405.

Foto: Werner Moller

Quellen: DEL2 Alliance of European Hockey Clubs

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