Ein Zwei-Wege-Center für die Blue Devils

**Alt-Text:** Eishockeyspieler Michael Regush in schwarzem Trikot und schwarzem Helm auf dem Eis, konzentriert nach vorne blickend.

Michael Regush über Verantwortung als Importspieler, Bullys, Eishockey in Deutschland und seinen Neustart in Europa

Die Blue Devils haben ihre vierte Importstelle mit einem neuen Kanadier besetzt: Der 27-jährige Michael Regush wechselt aus der Ligue Magnus in die Oberpfalz und soll Tomas Rubes als Nummer-eins-Center ersetzen.

Michael, wenn du an Deutschland denkst, was sind die ersten drei Dinge, die dir in den Sinn kommen?

Michael Regush: „Die ersten drei Dinge, die mir in den Sinn kommen, sind wahrscheinlich die unglaublichen Autos, die Fußballkultur und die Leidenschaft, die deutsche Fans für den Sport haben. Deutschland hat einige der bekanntesten Automarken der Welt hervorgebracht – BMW, Audi, Porsche, Volkswagen – und ich denke, jeder weiß, wie stark die Fußballkultur dort ist. Aus Eishockeysicht weiß ich außerdem, dass Deutschland ein Land ist, in dem den Fans der Sport wirklich am Herzen liegt. Die Arenen haben eine großartige Energie, und das Spiel wird sehr ernst genommen. Darauf freue ich mich sehr.“

In der nächsten Saison triffst du mit Yushiroh Hirano und Tyler Ward auf zwei ehemalige Teamkollegen. Hast du noch Kontakt zu ihnen? Und falls ja, was haben sie dir über Deutschland und die Liga erzählt – Tyler vielleicht speziell über die Blue Devils?

Regush: „Ja, ich habe Tyler geschrieben, als ich unterschrieben habe. Er ist ein großartiger Spieler und ein noch besserer Mensch. Er hat sehr positiv über Weiden und die Organisation der Blue Devils gesprochen, daher war es definitiv spannend, das zu hören. Mit Yush habe ich eine Weile nicht gesprochen, aber er ist ein sehr guter Spieler und wird ein harter Gegner sein. Hoffentlich bekommen wir im Laufe der Saison die Gelegenheit, uns einmal auszutauschen.“

In Deutschland wird von Importspielern oft erwartet, dass sie sofort Leistung bringen und Verantwortung übernehmen. Setzt dich das unter Druck, oder ist es eher eine zusätzliche Motivation?

Regush: „Ich würde sagen, es ist eher Motivation als Druck. Als Importspieler weiß man, dass man geholt wird, um etwas zu bewirken und der Mannschaft zu helfen, Spiele zu gewinnen. Diese Verantwortung nehme ich ernst. Gleichzeitig glaube ich nicht, dass man sich nur auf Punkte oder individuelle Erwartungen konzentrieren kann. Für mich geht es darum, mir das Vertrauen der Trainer und Mitspieler zu erarbeiten, das Spiel auf die richtige Weise zu spielen und der Mannschaft in jeder Situation zu helfen, in der ich eingesetzt werde. Wenn mir das konstant gelingt, kommt die Produktion normalerweise von selbst.“

Wie würdest du deine Rolle als Center beschreiben?

Regush: „Ich würde mich als Zwei-Wege-Center beschreiben, der den Puck verteilen, Offensive kreieren und dem man auch defensiv vertrauen kann. Ich mache gerne Spielzüge, aber ich lege auch großen Wert darauf, abseits des Pucks verantwortungsvoll zu agieren. Ich denke, dass ich in allen Situationen spielen kann – bei Fünf-gegen-Fünf, im Powerplay, im Penalty Killing, bei wichtigen Bullys und in Situationen am Ende eines Spiels. Als Center muss man beide Seiten des Spiels unterstützen, und genau das versuche ich jeden Abend einzubringen.“

Du giltst als starker Bullyspieler. Kann man das gezielt trainieren, und was ist dein persönliches Geheimnis in diesem Bereich?

Regush: „Das kann man absolut trainieren, und es ist etwas, woran ich arbeite. Dabei spielen Technik, Timing, Kraft, das Lesen des gegnerischen Centers und das Verständnis dafür, was die jeweilige Situation verlangt, eine Rolle. Aber ich glaube auch, dass ein großer Teil davon der Wille ist. Mein Vater hat mir immer wieder eingebläut, wie wichtig es ist, mit dem Puckbesitz zu starten – besonders auf einer olympischen Eisfläche, wo Puckbesitz so viel zählt. Gut bei Bullys zu sein, hilft einem außerdem dabei, in mehr Situationen Vertrauen zu bekommen. Ich denke, es gibt ein paar Geheimnisse, aber das größte ist wahrscheinlich, nett zu seinen Flügelspielern zu sein, damit sie bereit sind, einem im Kampf um diese 50/50-Pucks zu helfen.“

Du wurdest einmal als „ehrlicher Spieler“ beschrieben. Was bedeutet das für dich?

Regush: „Für mich ist ein ehrlicher Spieler jemand, der das Spiel nicht betrügt. Das bedeutet, auf der richtigen Seite des Pucks zu sein, nicht zu früh aus der Defensivzone herauszugehen und defensiv genauso hart zu arbeiten wie offensiv. Es bedeutet auch, für Mitspieler und Trainer verlässlich zu sein. Man möchte, dass sie wissen, was sie jeden Abend von einem bekommen. Darauf bin ich stolz.“

Wie war es für dich, als Lokalmatador für die Abbotsford Canucks zu spielen?

Regush: „Das war etwas ganz Besonderes. In British Columbia aufzuwachsen und die Möglichkeit zu bekommen, so nah an der Heimat professionell zu spielen, ist etwas, das ich immer zu schätzen wissen werde. Dass Familie und Freunde mich auf diesem Niveau spielen sehen konnten, machte es noch bedeutungsvoller. Die Canucks-Organisation ist erstklassig, und in diesem Umfeld zu sein, hat mir viel darüber beigebracht, was es bedeutet, jeden Tag ein Profi zu sein. Es war eine großartige Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin.“

Viele junge Spieler in Nordamerika träumen davon, es in die NHL zu schaffen. Bist du enttäuscht, dass es bei dir bisher nicht geklappt hat?

Regush: „Ja und nein. Natürlich wäre es für jeden nordamerikanischen Spieler ein wahr gewordener Traum, in der NHL zu spielen, und ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich das nicht wollte. Gleichzeitig fühle ich mich sehr glücklich, weiterhin professionell Eishockey spielen zu können und die Chance zu haben, mir in Europa eine Karriere aufzubauen. Das Eishockey hat es mir ermöglicht, zu reisen, verschiedene Länder kennenzulernen und nun nach Deutschland zu kommen – worauf ich mich sehr freue. Ich weiß, wie sehr die deutschen Fans Eishockey lieben, und ich weiß, dass die DEL2 eine sehr starke Liga ist. Ich würde mein Spiel hier gerne weiterentwickeln und hoffentlich eines Tages auch die Möglichkeit bekommen, in der DEL zu spielen.“

Nach deiner ersten AHL-Saison hast du ein Jahr lang keine offiziellen Spiele bestritten. Warum war das so?

Regush: „Ich hatte eine Operation, nach der es länger gedauert hat als erwartet, bis alles vollständig ausgeheilt war. Ich habe mit einer Unterschrift gewartet, weil ich sicherstellen wollte, dass ich gesund und bereit bin. Als dann aber alles offiziell freigegeben war, war es schon sehr spät in der Saison und im Grunde zu spät, um nach Europa zu wechseln. Zu diesem Zeitpunkt war es die beste Entscheidung, weiter zu trainieren, mich vollständig vorzubereiten und bis zum folgenden August zu warten. Es war nicht ideal, aber ich denke, es hat mir geholfen, mich neu zu fokussieren und bereit zurückzukommen.“

Nach dieser Pause hast du in Europa ein starkes Comeback gefeiert – zunächst in England und später in Frankreich. Wie würdest du diese beiden Ligen beschreiben?

Regush: „England fühlte sich ein wenig wie Nordamerika 2.0 an. Ich glaube nicht, dass die Liga immer die Anerkennung bekommt, die sie verdient. Mit 15 Importspielern gibt es dort viele gute Spieler, und einige Organisationen sind unglaublich gut geführt und erstklassig. Andere Clubs befinden sich noch in der Entwicklung und versuchen aufzuschließen, aber die Fans waren in jeder Halle großartig.
Frankreich war definitiv anders als jede Liga, in der ich zuvor gespielt hatte. Ich würde sie eher als läuferisch geprägte Liga beschreiben, mit weniger Körperlichkeit als in England oder Nordamerika. Es gab viele technisch starke Spieler, und viele Teams spielten einen strukturierten Stil, bei dem sie drei oder vier Spieler hinten hielten, sodass Konter in Überzahl seltener waren. Es war eine gute Herausforderung und ein anderer Eishockeystil, der mir geholfen hat, mich als Spieler weiterzuentwickeln.“

Foto: Vincent Breon

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