„Musste mir alles hart erarbeiten“

Philipp Faulhaber im weißen Poloshirt der Blue Devils Weiden und mit Baseballcap auf einem Mannschaftsfoto.

Philipp Faulhaber betont: „War noch nie jemand, der nur über Talent gekommen ist“

Noch vor seinem ersten Pflichtspiel im Trikot der Blue Devils Weiden durfte Philipp Faulhaber bereits den ersten Pokal in die Höhe stemmen. Im Interview spricht der 22-jährige Verteidiger über seinen gelungenen Einstand, seinen Weg über die Bayernliga zurück in die DEL2 und die Eigenschaften, mit denen er sich seinen Platz im Weidener Team erarbeiten möchte. Außerdem verrät Faulhaber, warum ihm ein geblockter Schuss manchmal mehr bedeutet als ein entscheidendes Tor.

Philipp, noch bevor du dein erstes Pflichtspiel für die Blue Devils bestritten hast, konntest du bereits den ersten Pokal gewinnen. Was war das für ein Event?

Philipp Faulhaber: „Ja genau! Das war eine Lehrer-Schüler-Challenge an einer Realschule in Neustadt/WN [Anm. d. Autors.: Lobkowitz-Realschule]. Es gab drei Disziplinen: Gummistiefel-Weitwurf, Elfmeterschießen und Becherpong – also Bierpong ohne Bier. Wir haben uns als Team gut geschlagen und die Challenge gewonnen. Es hat richtig Spaß gemacht und war eine tolle Gelegenheit, als Mannschaft gemeinsam aufzutreten.“

Hand aufs Herz: Welche Disziplin lag dir besser und wie hoch war dein Anteil am Titel?

Faulhaber: „Ich würde schon sagen, dass ich meinen Teil zum Sieg beigetragen habe. Meine beste Disziplin war definitiv Becherpong. Wobei meine Teamkollegen das vielleicht ein bisschen anders sehen würden.“ (lacht)

Du warst bereits in der vergangenen Saison regelmäßig als Gast im Training der Blue Devils dabei. Wie sehr freust du dich, dass es jetzt mit dem Wechsel geklappt hat?

Faulhaber: „Ich freue mich riesig, dass ich jetzt fest in Weiden bin und kann es kaum erwarten, dass es in ein paar Tagen richtig losgeht. Ich konnte schon einige Jungs kennenlernen und das sind wirklich richtig gute Typen. Deshalb freue ich mich umso mehr auf die gemeinsame Zeit.“

Zwischenzeitlich hast du in der Bayernliga gespielt. Wie wichtig war dieser Schritt zurück, um anschließend wieder zwei Schritte nach vorne machen zu können?

Faulhaber: „Vor zwei Jahren bin ich aus der Oberliga in die Bayernliga nach Schweinfurt gewechselt. Dort konnte ich wichtige Eiszeit sammeln, Verantwortung übernehmen und gleichzeitig viele tolle Menschen kennenlernen. Ich bin dankbar für diese Zeit, weil sie mir den nötigen Schub gegeben hat. Den konnte ich dann in der vergangenen Saison nach Passau mitnehmen, wo ich ebenfalls wertvolle Eiszeit bekommen habe. Rückblickend war das genau der richtige Schritt für meine Entwicklung.“

Der sportliche Leiter Stephan Seeger jr. beschreibt dich als hart arbeitenden Verteidiger, der sein Spiel nicht unnötig kompliziert macht. Wie würdest du dich selbst beschreiben?

Faulhaber: „Ich glaube, das trifft es ziemlich gut. Ich spiele einfaches Eishockey und versuche, meine Aufgaben gewissenhaft zu erledigen. Ich war noch nie jemand, der nur über Talent gekommen ist. Ich musste mir schon immer alles hart erarbeiten – und genau das zeichnet mich aus. Nicht nur auf dem Eis, sondern auch abseits davon.“

Welche persönlichen und sportlichen Ziele hast du mit den Blue Devils?

Faulhaber: „Persönlich möchte ich mich natürlich weiterentwickeln und den nächsten Schritt in meiner Karriere machen. Mit der Mannschaft will ich zunächst einmal eine erfolgreiche Hauptrunde spielen und unsere Fans mitnehmen, so dass sie sich auf unsere Spiele freuen. Realistisch halte ich zunächst einmal als Ziel die Play-offs, in welchen dann ja bekanntlich vieles passieren kann.“

Was ist dir lieber: ein wichtiges Tor zu erzielen oder in der Schlussphase mit einem geblockten Schuss einen Gegentreffer zu verhindern?

Faulhaber: „Ich glaube, jeder Eishockeyspieler träumt davon, in einem wichtigen Spiel das entscheidende Tor zu schießen. Trotzdem würde ich mich für den geblockten Schuss in der Schlussphase entscheiden, wenn ich damit den Sieg für die Mannschaft sichern kann. Viele wissen gar nicht, wie viel Wert die Mitspieler und besonders die Torhüter auf solche Aktionen legen. Dafür bekommt man oft ein riesiges Dankeschön.“

Bist du der einzige Eishockeyspieler in deiner Familie oder gibt es Geschwister beziehungsweise andere Familienmitglieder, die ebenfalls dem Puck hinterherjagen?

Faulhaber: „Ich bin tatsächlich der Einzige in meiner Familie, der Eishockey spielt. Zum Eishockey gekommen bin ich durch meinen Vater und meinen Opa, die mich früher regelmäßig mit zu den Spielen genommen und dann auch später in die Eishalle gebracht haben. Meine beiden Schwestern haben zwar auch Hockey gespielt, allerdings Feldhockey. Also weniger Puck, mehr Ball.“

Foto: Tobias Neubert

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