Torhüter Kristian Hufsky über seine ersten Tage in Weiden, den Druck eines Try-out-Vertrags und seinen Traum von weiteren besonderen Eishockeymomenten
Hinweis: Eine Kurzfassung des Interviews erschien in der Eishockey NEWS, Ausgabe 43 vom 20. Oktober 2026. Hufsky gab am 11. Spieltag gegen die Kassel Huskies sein Debüt für die Blue Devils Weiden und überzeugte beim überraschenden 5:1-Erfolg mit einer starken Leistung.
Auf diese Personalie haben die Fans der Blue Devils lange gewartet: Nach der Verletzung von Michael McNiven haben die Oberpfälzer mit Kristian Hufsky einen neuen Torhüter verpflichtet. Der 27-jährige Deutsch-Kanadier befindet sich noch in der Eingewöhnungsphase und kommt frühestens kommendes Wochenende zum Einsatz.
Kristian Hufsky, willkommen in Weiden! Wie sind deine ersten Eindrücke von der Mannschaft und dem Verein?
Kristian Hufsky: „Bislang ist alles großartig. Der Verein hat tolle Mitarbeiter und das Stadion gefällt mir sehr gut. Es ist eine klassische Eishalle im deutschen Stil. Auch die Fans sind klasse. Ich konnte sie heute Abend (Heimspiel gegen Roseneim) zum ersten Mal erleben und war wirklich beeindruckt. Alle haben mich sehr freundlich aufgenommen und bisher ist alles reibungslos verlaufen.“
Hast du in deiner Karriere schon einmal gegen die Blue Devils Weiden gespielt?
Hufsky: „Nein, bisher noch nie.“
Du wurdest in Kanada geboren und bist dort aufgewachsen, besitzt aber auch die deutsche Staatsbürgerschaft. Wo liegen deine deutschen Wurzeln?
Hufsky: „Mein Vater wurde in Garmisch geboren und hat dort einen Teil seiner Kindheit verbracht. Als er etwa fünf oder sechs Jahre alt war, zog er mit seiner Familie nach Toronto.“
Trotz wenig Spielzeit konntest du in den vergangenen Jahren mit guten Statistiken überzeugen. Wie hältst du dich ohne regelmäßige Einsätze in Form?
Hufsky: „Ich bin es mittlerweile ein Stück weit gewohnt, längere Zeit nicht zu spielen und dann wieder ins Tor zurückzukehren. Ich versuche, mir darüber nicht zu viele Gedanken zu machen und mich nicht damit zu beschäftigen, wie lange ich schon kein Spiel mehr bestritten habe. Sobald ich im Tor stehe, konzentriere ich mich darauf, mein Spiel zu spielen und die bestmögliche Leistung abzurufen.“
Wie verbindest du Konkurrenzkampf und Teamwork mit deinen Torhüterkollegen?
Hufsky: „Aktuell habe ich zwei junge Torhüterkollegen. Für mich ist es schön, meine Erfahrungen an sie weitergeben zu können. Wenn sie Fragen haben oder etwas von mir lernen möchten, helfe ich ihnen gerne. Grundsätzlich komme ich mit anderen Torhütern sehr gut aus. Mir ist es wichtig, ein möglichst guter Trainingspartner und Teamkollege zu sein.“
Du hast zunächst einen befristeten Try-out-Vertrag unterschrieben. Siehst du darin vor allem eine Chance oder verspürst du dadurch zusätzlichen Druck?
Hufsky: „Ein gewisser Druck ist bei jedem Vertrag vorhanden. Gleichzeitig motiviert mich die Situation zusätzlich. Ich möchte unbedingt hierbleiben und werde alles dafür tun, mit meinen Leistungen zu überzeugen.“
Wie würdest du deinen Torhüterstil beschreiben und wo siehst du deine größten Stärken?
Hufsky: „Ich würde mich als einen geduldigen Torhüter mit einem hybriden Spielstil beschreiben. Ich versuche, meine Schnelligkeit gezielt einzusetzen und orientiere mich stark am europäischen Torhüterstil.“
Was zeichnet diesen europäischen Torhüterstil für dich aus?
Hufsky: „Vor allem Schnelligkeit und Beweglichkeit. Außerdem gebe ich keinen Puck verloren und kämpfe um jede Scheibe.“
Wie schaltest du abseits des Eises vom Eishockey ab und tankst neue Energie?
Hufsky: „Ich gehe gerne durch schöne Städte spazieren und versuche, etwas Abstand vom ganzen Trubel zu gewinnen. Dabei entdecke ich gerne gemütliche Cafés und Restaurants, beobachte das Treiben um mich herum und schalte einfach ab. Ich glaube, dass es einem guttut, auch einmal nicht an Eishockey zu denken. Je besser es gelingt, außerhalb der Eishalle abzuschalten, desto besser ist das letztlich auch für einen selbst.“
Welche Momente deiner bisherigen Karriere sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Hufsky: „Da gibt es einige. In Deutschland war sicherlich meine erste Saison in Hannover etwas Besonderes, als ich als Rookie des Jahres ausgezeichnet wurde. Ein weiterer schöner Moment war meine Berufung nach Berlin. Dort durfte ich beim 1.000. Spiel von Frank Hördler als Ersatztorhüter dabei sein. Das war schon etwas Besonderes. Dazu kommen große Auswärtssiege, bei denen uns vorher kaum jemand etwas zugetraut hatte, und natürlich die Saison, in der wir nur knapp die Meisterschaft verpasst haben. Ich habe im Laufe meiner Karriere viele schöne Momente erlebt und möchte noch viele weitere sammeln. Deshalb bin ich dankbar, dass mir Weiden eine neue Chance gibt.“
Foto: Tobias Neubert
