Weiden zeigt sich in Sokolov verbessert, gegen Landshut entscheiden Effizienz und Special Teams die Partie
Zwei weitere Tests, zwei Niederlagen, zwei Eindrücke. Das Rückspiel beim tschechischen Zweitligisten HC Banik Sokolov ging mit 1:3 verloren. Doch anders als beim ernüchternden 1:5 vor einer Woche bot der Auftritt reichlich Anlass zu Optimismus. Das Team wirkte defensiv gefestigter und hielt über weite Strecken voll dagegen.
„Ich denke, das war unser bisher bestes Spiel“, zog Verteidiger Dominik Bohac ein positives Fazit. „Wir hatten mehr Scheibenbesitz und deutlich mehr Struktur. Darauf müssen wir aufbauen und uns Schritt für Schritt vorbereiten.“ Bis zum DEL2-Start in knapp zwei Wochen gebe es aber noch Hausaufgaben: „Wir haben eine neue Mannschaft, da dauert es, bis sich alles einspielt. Wir brauchen noch mehr Selbstvertrauen an der Scheibe und müssen in der Defensivzone weiter zulegen“, so der 36-Jährige.
Getrübt wurde die Steigerung von einer Hiobsbotschaft kurz vor der Abreise: Stammtorhüter Michael McNiven verletzte sich im Training und fehlt vorerst. In Sokolov stand Patrik Mühlberger zwischen den Pfosten und machte seine Sache grundsolide. Bohac nimmt den Rückschlag pragmatisch: „Es ist nie leicht, wenn jemand ausfällt. Aber das gehört zum Eishockey dazu. Wir haben zwei gute junge Torhüter und volles Vertrauen in sie.“
Für den Deutsch-Tschechen Bohac war die Partie in Westböhmen speziell: „Es ist immer schön, in Tschechien zu spielen – auch wenn es eine eiskalte Halle ist. Wir sind aber froh, dass die letzten Tests nun gegen DEL2-Teams gehen, um uns an dieses System zu gewöhnen.“
Einen Lichtblick gab es im Angriff: Königstransfer Brayden Tracey feierte sein Debüt. Dem NHL-Erstrundenpick von 2019 merkte man die Pause zwar noch an, dennoch blitzten seine Schnelligkeit, feine Scheibenführung und technische Klasse auf. „Ich habe mich ganz okay gefühlt“, sagte der Kanadier. „Nach vier, fünf Monaten Pause läuft noch nicht alles rund. Aber von hier an geht es nur aufwärts. Die Jungs haben großartig gespielt, deutlich besser als zuvor. Jetzt heißt es: kühlen Kopf bewahren und weiter hart arbeiten.“ Zu seinem vergebenen Penalty meinte der 25-Jährige schmunzelnd: „Ich habe da meinen Standard-Move. Dass der Goalie mit rechts fängt, hat mich kurz irritiert.“
Test gegen den EVL
Eines der beiden Testspiele gegen einen Ligakonkurrenten fand bereits am gestrigen Sonntag statt. Um 15 Uhr – eine Anspielzeit, an die man sich durchaus gewöhnen könnte – empfingen die Blue Devils den EV Landshut in der Hans-Schröpf-Arena. Vor 1.041 Zuschauern setzte es allerdings eine herbe 2:7-Niederlage.
Neben den bereits bekannten Ausfällen fehlte auch Georg Thal. Cheftrainer Dave Matsos, der bereits in Sokolov nicht dabei gewesen war, stand erneut nicht an der Bande. Der Grund dafür wurde von offizieller Seite bislang nicht kommuniziert. Entsprechend beginnen bereits erste Spekulationen. Auch Landshut musste auf zahlreiche Spieler verzichten. Unter anderem fehlten Jon Blum, Trevor Gooch, Marco Roy, Fabian Voit sowie Torhüter Philipp Dietl. Den dünner besetzten Kader nutzte Uwe Krupp zugleich, um einigen U20-Spielern eine Bewährungschance zu geben.
Doch nun zum Spiel: Nach einer zunächst ausgeglichenen Anfangsphase brachte Alex-Olivier Voyer die Gastgeber in Führung. Nach einem starken langen Pass von Charlie Jahnke aus der eigenen Zone traf der Kanadier mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:0 (7.). Anschließend bot sich den Blue Devils im Powerplay die Chance, den Vorsprung auszubauen. Diese blieb jedoch ungenutzt – und Landshut bestrafte das prompt. Innerhalb von rund 90 Sekunden drehten die Niederbayern mit zwei Treffern die Partie (15./16.).
Auch zu Beginn des zweiten Drittels bot sich Weiden in Überzahl die Gelegenheit zum Ausgleich. Stattdessen fiel auf der anderen Seite das nächste Tor: Landshut erhöhte im Powerplay auf 3:1 (27.). Neue Hoffnung keimte auf, als Yuma Grimm nach Vorarbeit von Luca Gläser und Nik Postel den 2:3-Anschlusstreffer erzielte (31.). Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Keine zwei Minuten später stellte Ex-Blue-Devil David Elsner den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Der 34-Jährige war mit einem Tor und vier Assists der beste Scorer des Spiels.
In der Folge wurde die Partie zunehmend nickliger, während Weiden weitere gute Möglichkeiten liegen ließ. Nik Postel scheiterte bei einem Alleingang an Stepan Lukes (34.), wenig später fand auch Yuma Grimm mit einem Penaltyschuss seinen Meister im Landshuter Schlussmann (35.). Statt den Rückstand noch einmal zu verkürzen, mussten die Blue Devils mit einem 2:4 in die zweite Pause gehen.
Im Schlussdrittel zeigte sich Landshut, wie schon das ganze Spiel über, deutlich effizienter und machte die Partie endgültig zu. Mit drei weiteren Treffern, davon zwei in Überzahl, schraubten die Niederbayern das Ergebnis auf 2:7 (45., 53./PP2, 54./PP1).
Vor dem letzten Test am kommenden Freitag gegen Bietigheim ist damit klar: Bis zum Saisonstart wartet noch einiges an Arbeit auf die Blue Devils – vor allem bei der Chancenverwertung, der defensiven Stabilität und in den Special Teams.
Foto: Christian Kaminsky
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