„Es ist wie Overtime – die ganze Zeit“

Zwei Eishockeyspieler kämpfen auf dem Eis um den Puck: Cedric Schiemenz im weißen Trikot führt den Puck mit dem Schläger, während ein Gegenspieler im rot-gelben Trikot auf ihn zufährt.

Cedric Schiemenz über Inlinehockey, 3×3-Hockey und seinen Start als YouTuber

Auch in der Sommerpause dreht sich bei Cedric Schiemenz vieles um Hockey. Mit seinen langjährigen Freunden tritt mit den Real Rookies bei Inlinehockey-Turnieren an. Beim 3ICE World Cup in Belfast stand er mit Niklas Lunemann, Colin Ugbekile, Jon Matsumoto, Elias Lindner, Louis Brune und Sebastian Streu vor mehr als 6.000 Zuschauern auf dem Eis. Und seit Kurzem nimmt er seine Fans auch auf YouTube mit hinter die Kulissen.

Im Interview spricht Schiemenz über die Unterschiede zwischen Inline- und Eishockey, die spektakuläre Aufholjagd gegen Kanada und seine Ziele als Vlogger.

Cedric, wer sind eigentlich die Real Rookies?

Cedric Schiemenz: „Die Real Rookies waren ursprünglich nur eine Mannschaft, mit der wir gemeinsam auf der PlayStation gespielt haben. Dahinter steckt unsere engste Freundesgruppe von früher. Wir kennen uns alle durch das Eishockey. Mittlerweile haben wir mit genau diesen Jungs eine Inlinehockey-Mannschaft gegründet und immer wieder auch Gastspieler dabei.“

Wie bist du eigentlich zum Inlinehockey gekommen? Nutzt du die Sportart regelmäßig, um dich während der Sommerpause fit zu halten?

Schiemenz: „Ich habe früher als Kind viel Inlinehockey auf der Straße vor unserem Haus gespielt, aber nie so richtig in einem Team. Jetzt spielen wir im Sommer regelmäßig Turniere mit. Es macht einfach extrem viel Spaß und ist, finde ich, ein perfekter Ausgleich zum Eis, denn du trainierst deine Hände und deine Ausdauer extrem gut. Gefühlt jedes Wochenende.“

Wie groß ist die Umstellung vom Eishockey auf das Inlinehockey? Gibt es Unterschiede, an die man sich besonders gewöhnen muss?

Schiemenz: „Die Umstellung ist schon ziemlich groß, weil die Fläche meistens kleiner ist und man auf den Inlinern nicht so gut bremsen kann wie mit echten Skates. Das Spiel ist auch etwas anders, und man spielt ohne Körperkontakt.“

Apropos Eishockey: Wie kam deine Teilnahme am 3ICE World Cup in Belfast zustande?

Schiemenz: „Der Besitzer der 3ICE-Liga hat mir auf Instagram geschrieben, und so kam das zustande. Das war ein absolut geiles Event, und sie haben alle Kosten für uns übernommen. Dadurch, dass wir den dritten Platz belegt haben, haben wir obendrauf auch noch Geld gewonnen. Eine supergeile Erfahrung.“

Wie war dein Eindruck vom Drei-gegen-Drei-Hockey? Glaubst du, dass dieses Format langfristig eine Zukunft hat?

Schiemenz: „Ich denke nicht, dass Drei-gegen-Drei das normale Eishockey langfristig jemals ersetzen könnte. Aber als Sommerevent in der Offseason finde ich es perfekt. Es ist wie Overtime – die ganze Zeit. Viele offensive Aktionen, viele Tore, einfach aufregend zum Anschauen. Ich glaube, das Konzept hat schon viel Potenzial. Es gibt mittlerweile mehrere Organisationen, die versuchen, ihre eigene Version davon durchzusetzen. Ich bin gespannt, wer es am Ende schafft und wer abfällt.“

Im Spiel um Platz drei konntet ihr, nach einem 0:4-Rückstand gegen Kanada, die Partie noch drehen und gewinnen. Wie habt ihr es geschafft, da noch einmal zurückzukommen?

Schiemenz: „Wir haben fünf Minuten vor Ende das 4:1 gemacht und dann ungefähr 30 Sekunden später das 4:2. Auf einmal waren die total unsicher, und wir haben richtig gedrückt. Beim Drei-gegen-Drei kommt man offensiv so schnell zu Chancen, da kann so etwas schon mal passieren. Es war auf jeden Fall ein geiles Gefühl, dieses Spiel noch zu drehen.“

Welche Momente aus Belfast sind dir neben diesem Spiel besonders in Erinnerung geblieben?

Schiemenz: „Ich fand den ganzen Trip einfach super. Es war top organisiert, und uns hat dort nichts gefehlt. Es war eine lockere Atmosphäre, aber die Spiele wurden dann total ernst genommen. Wir haben dort vor über 6.000 Zuschauern gespielt. Die Fans in Belfast hatten richtig Bock auf dieses Event. Ich kann keinen einzelnen Moment herausziehen, aber das ganze Wochenende war mega.“

Du hast vor Kurzem auch einen eigenen YouTube-Kanal gestartet. Wie kam es dazu, und was hat dich daran gereizt?

Schiemenz: „Also, angefangen hat es damit, dass ich gerne Vlogs auf YouTube anschaue. Dann dachte ich mir: ‚Es gibt so viele Leute, die das machen – warum nicht auch ich?‘ In der Offseason habe ich sowieso nicht so viel zu tun, also habe ich einfach damit angefangen. Das Feedback war bisher sehr gut, und die Leute finden es interessant, weil es noch keinen deutschen Profi-Eishockeyspieler gibt, der auf YouTube Vlogs postet.“

Wie leicht fällt es dir, frei in die Kamera zu sprechen? Musstest du dich anfangs überwinden und erst ein wenig hineinfinden, oder war das für dich von Beginn an kein großes Problem?

Schiemenz: „An sich fällt es mir nicht schwer, vor der Kamera zu reden, denn wenn ich mich verspreche oder etwas Falsches sage, kann ich es danach einfach wieder rausschneiden. Ich komme mir nur teilweise noch blöd vor, in der Öffentlichkeit die Kamera rauszuholen und dann zu filmen, aber es wird schon besser. Dir muss einfach egal sein, was die anderen darüber denken.“

Hast du bestimmte Ziele, die du mit deinem YouTube-Kanal erreichen möchtest, oder steht für dich vor allem der Spaß im Vordergrund?

Schiemenz: „Jetzt mache ich es erst einmal, weil es mir Spaß macht. Aber ich würde den Kanal gerne über die nächsten Monate oder Jahre aufbauen und dann schauen, wohin das führt.“

Foto: Werner Moller

Links:

https://www.youtube.com/@cedschy

https://www.instagram.com/cedschy

https://www.instagram.com/the_real_rookies

https://www.instagram.com/3icehockey

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